Lesen von der Wiege an

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Lesen von der Wiege an

„Je früher man beginnt, desto besser  […], denn der künftige Leser sollte von Geburt an von Wörtern umgeben sein.“ 

Die Geräusche, die Worte des Erwachsenen vermitteln dem Kind, vor allem in seinen ersten Lebensjahren, Liebe und Zuneigung, helfen bei Unruhe und Unwohlsein, befriedigen Bedürfnisse und Wünsche; sie sind außerdem Bestandteile der Lieder und Geschichten, die der Erwachsene singt und erzählt, und die sich das Kind langsam zueigen macht.

In den ersten Lebensjahren ist Lesen Spiel und Spaß, fördert aber auch die ersten Erfahrungen, verbessert die Aufmerksamkeit, den Ausdruck und die Mitteilungsfähigkeit... Es fördert auch das Entstehen einer ganz besonderen Beziehung zwischen dem Kind, dem Mittler (ganz besonders die Familie), den Geschichten und ihren Hauptfiguren.

Von den ersten Lebensjahren an ist es ratsam, das Lesen zu Hause und in der Grundschule –mit Unterstützung der Büchereien – zu einer Gewohnheit zu machen.

Für den ersten Kontakt sollte man Lesestoff suchen (Fiktion oder Nicht-Fiktion, auf Papier oder digitalen Trägern), der dem Kind vertraut ist, der seine Identifizierung mit den Figuren und den Situationen fördert, der die aktive Teilnahme des Lesers durch greifbare und spielerische Elemente erleichtert.

Für die Kleinsten geeignet sind jene Texte,

  • Bei denen Elemente aus der Realität der Kinder, aus der sie umgebenden Welt die tragende Rolle spielen, wie die Wohnung, der Spielplatz, der Kindergarten, die Praxis des Kinderarztes...
  • In denen Figuren vorkommen, die sympathisch und empathisch sind: Kinder, Eltern, Tiere...
  • Die das Spiel mit sprachlichen Elementen wie lautmalenden und stimmhaften Wörtern, Reimen, sich wiederholenden und aufbauenden Strukturen fördern...
  • Die alltägliche Situationen darstellen, bei denen lustige oder überraschende Elemente vorkommen können: das tägliche Bad, das Zubett-Gehen, ein Tag mit der Familie oder im Kindergarten...
  • Mit Illustrationen, die wesentlich wichtiger sind als die Texte (möglicherweise gar nicht vorhanden), mit unterschiedlichster Technik und Stil, sowie reich an erzählerischen Elementen.

Während dieser ersten Jahre sollte man besonders in Betracht ziehen:

  • Wiegenlieder, Aufzählreime, Kinderlieder (ab 0-6 Monate)... Bücher aus weichen Materialien, die gefahrlos in der Verwendung sind.
  • Bücher, die die Welt des Kindes darstellen; die es mit den Sinnen erfassen kann; und die eine Interaktion ermöglichen (6-12 Monate): aus unterschiedlichen Materialien, ausgestanzt... robust und angenehm im Griff.
  • Bebilderte Bücher, die dem Kind das Betrachten von Bildern näherbringen (1-2 Jahre) und ihm helfen, unterschiedliche Techniken und Stile sowie Formate kennenzulernen und zu schätzen.
  • Aufeinanderfolgende Geschichten (2-3 Jahre), bei denen das Lesen durch das direkte Ansprechen des Kindes bereichert wird: mittels Erweiterung des Inhalts, Gesprächen zu den Ereignissen, Kommentaren zu den Bildern...

Die Grundvoraussetzung für Lesestoff in dieser Altersgruppe ist sehr einfach: er muss unterhalten.  Bei Auswahl und Analyse des Lesestoffs dürfen außerdem der persönliche Geschmack des kleinen Lesers sowie das Ziel der Beschäftigung mit dem Buch nicht außer Betracht gelassen werden: entspannte und unterhaltsame Momente verbringen, etwas lernen, Gewohnheiten annehmen.

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